Die Kelter
Was wäre der »untere Flecken« ohne die Kelter! Mit
ihrem riesigen Dach und dem Platz um sie herum, demonstriert sie noch heute ihre
Wichtigkeit in der Ortsgeschichte. Abgesehen davon, dass schon einige Vorschläge
diskutiert wurden, was mit dieser kostbaren Fläche besser anzufangen sei, hat sie ihre
ursprüngliche Bestimmung bis heute behauptet. Aber auch den verschiedenen Gemeindefesten
bietet sie gerne Unterschlupf. Ihr sehenswertes Gebälk und der charakteristische Duft
geben eine vorzügliche Kulisse dafür ab.
Nach einer Holztafel, die um 1950 entdeckt wurde, entstand das Gebäude unter Herzog
Eberhard Ludwig durch seinen »Werkmeister« Peter Hertzler im Jahr 1713. Doch steht
urkundlich fest, dass 400 Jahre früher an gleicher Stelle das Kloster Bebenhausen schon
eine Kelter besaß, die später um 200 Gulden an den Grafen Ulrich von Württemberg
überging. Schließlich hatte dieser hier die besten Weingärten und den größten
Grundbesitz. Leider ist von den 7 Kelterbäumen nichts mehr zu sehen. Sie sind von den
Holzpressen und später von der hydraulischen Presse verdrängt worden. Trotzdem lohnt
sich ein Besuch. Sehen Sie doch einfach mal hinein, wenn in Herbstzeiten die Türen weit
geöffnet sind.

Text&Bild: Martin Dolde
Layout: Sascha Bauer
Datum: 01.06.07